Wolfsmagie. 1. Roman des Cheysuli- Zyklus. - Jennifer Roberson

Autor: Jennifer Roberson
Titel: Wolfsmagie
Reihe: Cheysuli-Zyklus (1)
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Übersetzer: Karin König
Genre: Fantasy
Verlag: Heyne, [1996 – Dt. Erstausgabe]
TB, 350 Seiten, z.Z. nur gebraucht oder im Sammelband erhältlich
ISBN: 3453121619
Kindle-Edition im Sammelband: 686 Seiten, 8,99 €
ASIN: B008KA546C
gelesen [ohne Hilfsmittel in der Hand]

 

Bewertung: 

 

Klappentext:

“Dämonen! Gestaltwandler!” ruft man ihnen höhnisch hinterher. Einst galten die Cheysuli als die Getreuesten des Königs von Homana. In Gestalt von Wölfen oder Falken dienten sie ihm mit ihrer Magie. Doch seit einer der Ihren eine Prinzessin entführte, sind sie Gejagte im eigenen Land.
Dies ist die Geschichte von Alix, der Tochter aus jener folgenschweren Verbindung zwischen Homana und Cheysuli. Sie entdeckt, wie mühelos sie mit den Lirs Verbindung aufnehmen kann, jenen magischen Tieren, die die Seele der Cheysuli in sich tragen. Als mit ihrer Hilfe ein neuer Herrscher den Thron besteigt, keimt Hoffnung auf, die Verfemten könnten erneut zu Ehren und Ansehen kommen…

Meine Meinung:

 

Es hat einige Zeit gedauert, diese Taschenbuch-Reihe zu komplettieren, weil sie nicht neu aufgelegt worden ist. Den letzten Band, irgendwo in der Mitte, habe ich sogar für einen horrenden Sammlerpreis vor Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen. Erstaunlich also, dass ich 2006 lediglich den ersten Band gelesen habe, und diesen auch noch mit 11/10 Punkten bewertete…

 

Bei meinem ReRead des ersten Bandes, um wieder in die Story hineinzufinden, habe ich nun 9 Jahre später doch ein paar kleine Schwächen entdeckt, die mir damals offenbar gar nicht aufgefallen waren. Aber fangen wir mit dem Anfang an:

 

Die Idee, Gestaltwandler zu erschaffen, die unverschuldet jahrelang gejagt, getötet werden und eine alte Sprache sprechen, eine alte Prophezeiung, die sich erfüllen soll, dunkle Magier (Ihlini) und eine junge Frau, die erst später erfährt, wer sie wirklich ist und welche Macht sie besitzt, gefällt mir sehr gut.

 

Bei der Umsetzung ist ein Stück “Romantasy”, also romantische Fantasy, dabei, und da komme ich auch schon zum ersten Kritikpunkt, denn Alix ist mit ihren 17 Jahren sehr eigen- und starrsinnig. Sie tut grundsätzlich nicht das, worum man sie bittet, selbst wenn es um ihre Sicherheit und die ihres ungeborenen Kindes geht. Unvernünftig nenne ich so etwas. Auch wenn ihre Aktionen, die immer gefährlich sind und nicht ohne Hilfe gut ausgehen, offenbar zu ihrem “Tahlmorra” (etwa gleichbedeutend mit von den Göttern vorgezeichnetem Schicksal) gehören und letzten Endes für die Story wichtig sind.

 

Einige wenige Charaktere erhalten ein Gesicht und einen Namen, aber dabei handelt es sich im Grunde genommen nur um die Pro- und Antagonisten und einige wenige weitere Personen wie z.B. den Ziehvater Alix’ oder die Mutter von Finn und Duncan. Alle anderen werden zwar erwähnt (“der Stamm der Cheysuli”, “die Krieger”…), bleiben aber nebulös. Während des ganzen ersten Buches sind mir auch nur zwei Lir-Tiere begegnet: Storr, der Wolf von Finn und Cia, der Falke von Duncan, aber was ist mit den anderen Kriegern, deren Lir-Tieren, Frauen etc? Dadurch, dass sie nicht mehr als eine kurze Erwähnung finden, bleibt die Story seltsam herausgelöst, gedämpft und nicht so herausragend, wie ich sie in Erinnerung hatte. – Selbst als Alix ihre Jugendliebe, den Prinzen von Homana, aus den Händen der Atvianer befreien will (allein und bis auf ein Messer unbewaffnet), scheint das Heerlager fast völlig leer zu sein ;)

 

Aber spannend ist das Buch trotzdem, und ich will auf jeden Fall weiterlesen, nicht nur, weil ich alle Bücher besitze und meinen SuB abbauen will, sondern weil mich interessiert, wie es weitergeht.

 

Der erste Band ist übrigens im auktorialen Erzählstil und oft personal, mehr aus Sicht von Alix geschrieben. Das bleibt bei den Folgebänden aber nicht so.

 

Ich gebe dieses Mal 08/10 Punkte oder 75/100.

 

Zitat:

“Er hat nichts verfehlt”, sagte sie schließlich und betastete die heilende Wunde an ihrer Schulter. “Er hat mich für einen Wolf gehalten, weil ich einer WAR.”

Bücher der Reihe:

 

  • (2007) Dämonenkind (Sammelband)
    • (1984) Wolfsmagie – beendet 24.04.2006 (11/10 Punkte) und 28.04.2015 (08/10 Punkte)
    • (1985) Das Lied von Homana
  • (2008) Wolfssohn (Sammelband)
    • (1986) Das Vermächtnis des Schwerts
    • (1987) Die Fährte des weißen Wolfs
  • (2008) Die Tochter des Löwen (Sammelband)
    • (1988) Die Ehre des Prinzen
    • (1989) Die Tochter des Löwen
  • (2008) Kind des Raben (Sammelband)
    • (1990) Der Flug des Raben
    • (1992) Ein Gobelin mit Löwen
  • (1992) Löwenmagie

 

Quelle: http://sunsys-blog.blogspot.de/2015/04/gelesen-wolfsmagie-j-roberson.html